Absinth – Mythos der grünen Fee

Absinth

Die meisten kennen Absinth vor allem vom Namen her. Natürlich hat Absinth auch einen bestimmten Ruf – ein stark alkoholisches Getränk, welches einen in den Wahnsinn treiben kann, zu sein. Bei ausreichendem Genuss soll man sogar der Grünen Fee begegnen können.

Was ist Absinth?

Absinth ist eine Bitterspirituose aus Wermut und anderen Kräutern, was auch die meist grünliche Farbe hervorruft. Allerdings sind auch farblose oder schwärzliche Varianten vorhanden, ohne dass separate Farbstoffe hinzugegeben werden müssen. Der Alkoholgehalt liegt etwa zwischen 45 % Vol. bis 89 % Vol. Er wird allerdings verdünnt getrunken. Es gibt wenige, aber wichtige Anforderungen an den Absinth, Das Aroma und die Farbe muss durch natürliche Extrakte erreicht werden, bei richtigen Servieren muss der Louch-Effekt auftreten und es dürfen maximal 35 mg/l an Thujon, einem Bestandteil von Wermut, enthalten sein (dazu später mehr).

Geschichte

Absinth hat eine lange und sehr interessante Geschichte vorzuweisen. Ich möchte euch hier einen kurzen Überblick verschaffen ohne es zu sehr ausarten zu lassen. Denn man kann sich in der Geschichte regelrecht verlieren.

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Abbildung der Geschichte des Absinths: http://visual.ly/history-absinthe

Im 18. Jhd. Wurde Absinth erstmals beschrieben und zwar auf verschiedene Art und Weise. Wer also genau das Rezept erdacht hat ist nicht ganz schlüssig. Allerdings steht fest, dass er in der französischen Schweiz, genauer gesagt in Couvet, entstanden ist. Entwickelt wurde es, wie bei fast allen Spirituosen, als Heilmittel.

Bekannt ist auch, dass das Rezept 1797 von dem Herren Dubied aufgekauft wurde, der mit seinem Schwiegersohn H.L. Pernod die erste Absinthbrennerei gegründet hat und so die kommerzielle Herstellung ermöglichte. Sie erzielten einen so großen Erfolg, dass weitere Brennereien in der Schweiz und in Frankreich folgten. Pernod entwickelte sich zu dem Hersteller für Absinth und ist auch heute noch für seine Qualität bekannt.

Eine große Rolle spielte Absinth im französischen Militär, welches um 1830 in Algerien aktiv war. Absinth wurde sowohl als Heilmittel genutzt, als auch um die Soldaten bei Laune zu halten. Die Soldaten waren es auch, die den Absinth in die Bevölkerung brachten, als sie aus dem Krieg zurückkamen.

Absinth verbreitete sich sehr schnell in der Bevölkerung. Begünstigt wurde dies auch durch die großen Ernteausfälle 1860 in der Winzerbranche und die Entwicklung eines Verfahrens, welches Alkohol aus Rüben gewann kurz davor. Die Absinthhersteller konnten mühelos auf den preiswerten Branntwein umsteigen und mussten daher die Preise nicht erhöhen, wie es für Wein in der Zeit notwendig war. So war Absinth auch dann noch für alle Gesellschaftsschichten erschwinglich. Auch war die Entwicklung der Cafe- und Barkultur in Frankreich zu dieser Zeit sehr förderlich. So entwickelte sich die Zeit von 17 bis 119 Uhr als Feierabend, wo man sich in Bars und Cafes traf. Man nannte es auch die Grüne Stunde, weil hauptsächlich Absinth konsumiert wurde.

Anfang des 20. Jhd. konsumierten die Franzosen mehr als 200 Mio. Liter im Jahr, weit mehr als Wein. Dies war natürlich ein großes Problem für die Winzerbranche, welche einer der größten Absinthgegener war. Sie arbeiteten mit verschiedenen Kampagnen gegen die Verbreitung von Absinth. Mittelpunkt dieser Kampagnen war der Ruf des Absinthes verrückt zu machen.

1905 kam ihnen dann ein grausamer Mord zu Hilfe – der Absinthmord. Angeblich hatte ein Bauer nach dem Konsum von Absinth seine Familie auf grausamste Art und Weise ermordet. Dass es sich nur um zwei Gläser Absinth, aber mehrere Flaschen Wein gehandelt hatte und es sich um einen bekannten Alkoholiker handelte, wurde der Öffentlichkeit verschwiegen.

All dies führte dann zum tatsächlichen Verbot von Absinth ab 1910 (Schweiz) bis 1923 (Deutschland). Die meisten europäischen Länder und die USA hatten dann Absinth verboten. Nie verboten war es in Spanien und Portugal, auch in England war der Verkauf an sich nie verboten.

Verschiedene Firmen, wie auch Pernod, verlegten erst ihre Produktion nach Spanien, konzentrierten sich aber immer mehr auf Anisschnäpse. Es entstanden aber auch einige illegale Brennereien, vor allem in der Schweiz. Was den Mythos Absinth etwas Verruchtes gab, was noch heute Bestand hat. Es entstanden auch absinthähnliche Getränke, welche auf Grund des Wermutgehaltes offiziell nicht als Absinth galten.

Nach und nach wurden die Richtlinien und Gesetzte geändert. So wurde festgelegt dass maximal 35 mg/l Thujon enthalten sein darf. 1998 haben die meisten Länder Absinth wieder erlaubt, die Schweiz und die USA folgten 2005 bzw. 20074.

Wirkung

Absinth wird eine berauschende aber auch gefährliche Wirkung nachgesagt. Es soll Wahnvorstellungen hervorrufen und den Geist nachhaltig schädigen. Eine Legende besagt, dass van Gogh sich im Absinthrausch sein Ohr abgeschnitten haben soll.

Als Grund wurde die immens hohe Konzentration von Thujon im ursprünglichen Absinth genannt. Thujon ist wirklich als Nervengift bekannt, welches Krampfanfälle und Halluzinationen auslöst. Allerdings haben neuere Forschungen an noch erhaltenem Absinth aus dem 18. Jhd. ergeben, dass die Konzentration ungefähr bei der heutigen lag.

Vermutlich lag die schädliche Wirkung eher an der schlechten Qualität des Alkohols, welcher große Mengen an Fuselstoffen enthielt, und der großen Menge, die konsumiert wurde.

Herstellung

Es gibt verschiedene Methoden Absinth herzustellen:

Die Mazeration (Absinth à froide), hier werden Kräuter in reinem Alkohol für mindestens einen Tag eingeweicht und anschließend herausgefiltert. Hierbei werden durch den Alkohol Farb- und Geschmacksstoffe aus den Kräutern gezogen. Daher entsteht auch die grünliche oder schwärzliche Färbung, je nach Farbe der Kräuter.

Die Destillation (Absinthe à chaude), hier werden  maschinell zerkleinerte, getrocknete Pflanzenteile mit Alkohol in einer Anlage mehrfach destilliert, d. h. in Alkohol aufgekocht. Die Dämpfe, die Geschmacksstoffe enthalten, werden über ein Rohrsystem abgeleitet und abgekühlt. Übrig bleibt eine klare Flüssigkeit. Um dem Absinth seine typische Farbe zu geben werden anschließend noch Kräuter in der Flüssigkeit mazeriert.

Das Schnellverfahren (Absinthe des essences), hierbei wird Absinthöl mit hochprozentigen Alkohol und Anisschnaps vermischt. Anschließend werden natürlich gewonnene Farbstoffe hinzugegeben.

Trinkrituale

Wie trinkt man Absinth nun richtig?

Bis heute haben sich die unterschiedlichsten Rituale entwickelt. Ich stelle euch heute die drei bekanntesten vor.

Für alle gleich gilt, der Absinth sollte Zimmertemperatur haben, das Wasser sollte eiskalt sein. Gemischt wird in einem Verhältnis von  1:2 bis 1:5. Also ein Teil Absinth, zwei bis fünf Teile Wasser.

Weiter wird noch ein Absinthlöffel, Würfelzucker und ggf. Feuer Benötigt.

Beim Schweizer Ritual, dem wahrscheinlich ursprünglichen Ritual, werden 2 – 4cl Absinth ins Absinthglas gegeben und langsam mit eiskaltem Wasser aufgefüllt. Hierbei kommt der Louch-Effekt zum Vorscheinen. Der relativ klare Absinth trübt sich durch Zugabe des Wassers milchig.

Beim Französischen Ritual werden auch 2 – 4cl ins Glas geben, dann jedoch wird der Absinthlöffel mit Zuckerstück auf Glas gelegt und das eiskalte Wasser wird langsam darüber laufen gelassen bis sich der Zucke komplett aufgelöst hat.

Das Tschechische Ritual, läuft ähnlich dem Französischen ab. Nur wird hier das  Zuckerstück mit Absinth getränkt und angezündet. Dadurch wird der Zucker karamellisiert und gibt dem Absinth einen besonderen Geschmack. Es ist aber auch nicht ganz ungefährlich, da man aufpassen muss den Absinth im Glas nicht anzuzünden. Der Zucker wird dann mit dem Wasser abgelöscht und mit dem Absinth verrührt.


So ich hoffe das ich euch interessieren konnte=)

Liebe Grüße

eure Luna

P.S. Die Fotos werden wahrscheinlich noch ausgetauscht. Aber ich hatte die guten aus versehen gelöscht -.-

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