Bewerbungs-Guide – Vorstellungsgespräch

Heute kommen wir zum letzten Teil meiner kleinen Serie: Bewerbungs-Guide.

Wir sind ja schon den Lebenslauf, das Anschreiben und die Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch durchgegangen, daher folgt heute das eigentliche Vorstellungsgespräch. Bei mir war das immer der Teil der mich so richtig nervös gemacht hat.


Was sagt eure Körpersprache aus?

Ihr seid also endlich beim Vorstellungsgespräch angekommen, erstmal eine Gratulation hierfür. Ich kann verstehen, wenn ihr jetzt besonders nervös seid, man möchte ja das beste Bild von einem selbst zeigen und jeder kleine Fehler könnte das ruinieren. Aber bitte keine Angst, kleiner Macken und Fehler machen euch menschlich und die kann auch ein Personalchef verstehen. Sie wissen ja wie nervös man in so einer Situation ist. Seid also ganz ihr selbst. Es gibt aber ein paar Dinge, auf die ihr in eurer Körpersprache achten könnt um selbstsicherer zu wirken.

  • Blick eurem Gegenüber in die Augen, ohne zu starren (ihr könnt demjenigen auch auf die Stirn, direkt über den Augen schauen, wenn euch direkter Blickkontakt noch zu nervös macht)
  • Gebt einen kräftigen Händedruck bei der Begrüßung, aber versucht nicht die Hand eures Gegenübers zu zerdrücken
  • Lächelt, das hilft immer und je mehr ihr lächelt, desto entspannter und fröhlicher seid ihr. Versucht also schon auf dem Weg so viel wie möglich zu lächeln
  • Sitzt ordentlich und gerade. Eine gute Haltung vermittelt ein sehr positives Bild. Zwingt euch aber nicht dazu kerzengerade zu sitzen, das wirkt einfach nur steif
  • Versucht nicht zu viel herum zu zappeln. Wenn ihr, wie ich, mit euren Haaren oder anderem herumspielt, wenn ihr nervös seid, bindet die Haare zu einem Zopf und achtet darauf nichts am Outfit zu haben was zum Herumspielen geeignet ist

Wie gesagt, es gibt ein paar Sachen auf die ihr achten könnt, aber zwingt euch nicht zu sehr in anderen Verhaltensweisen. Das wirkt dann zu gezwungen und gespielt.

Welche Fragen werden euch gestellt?

Im letzten Beitrag hatte ich ja schon ein paar Standardfragen angesprochen, die in fast jedem Vorstellungsgespräch vorkommen. Auf diese wollte ich heute etwas genauer eingehen.

  • Was sind Ihre Stärken? /Was sind Ihre Schwächen?

Diese Fragen zielen darauf ab zu sehen wie ihr euch selbst einschätzt. Die Antworten sollten auf die Arbeit angewendet werden und ein Beispiel haben. Wie äußert sich euer Talent und was bringt euch das bei der Arbeit? Ihr seid sehr sportlich? Immer sehr gut in sich selbst, aber es bringt euch auch Ausdauer und viel Konzentration auf Arbeit. Was eure Schwächen angeht, ihr solltet schon ehrlich sein, euch aber auch nicht selbst ins Aus schießen. Wichtig ist hier zu zeigen, wie ihr mit den Schwächen umgeht und dass ihr daran arbeitet. Ihr habt Schwierigkeiten mit dem Umgang von Office Programmen? Zeigt eurem Gesprächspartner das ihr euch dessen bewusst seid und daran arbeitet, durch online/offline Kurs zum Beispiel.

  • Wo sehen Sie sich in fünf/zehn Jahren?

Eine Art Fangfrage. Ihr müsst hier keine detalierten Pläne vorweisen. Wenn ihr die habt, sehr gut. Wenn ihr plant zu dem Zeitpunkt in einer anderen Position in einem anderen Unternehmen zu arbeiten würde ich das nicht so genau erwähnen. Sonst denkt sich der Personalchef warum er euch einstellen soll, wenn ihr sowieso gehen wollt. Es geht vielmehr darum zu sehen ob ihr eine Richtung habt und Ideen und nicht nur von heute auf morgen Entscheidungen trefft.

  • Wie gehen Sie mit Kritik um?

Ganz schwierige Frage. Ich selbst bin nicht die Beste im Umgang mit Kritik, arbeite aber daran. Ihr sollt hier natürlich nicht sagen, ihr nehmt euch alles direkt zu Herzen und verkriecht euch damit. Es geht eher darum ob ihr Kritik annehmen könnt und etwas daraus lernt.

  • Warum denken Sie, dass sie für den Job geeignet sind?

Ihr kennt eure Stärken, ihr habt euch auch beim Anschreiben schon eure Eigenschaften hervorgehoben, die euch in der Position helfen. Geht darauf ein.

  • Wie arbeiten Sie unter Druck?

Jeder geht anders mit Druck um, das ist ganz normal. Einige sind dann am produktivsten, perfekt für die Arbeit. Andere können mit Druck weniger gut umgehen. Aber auch das kann man entsprechend umschreiben. Bei zu viel Druck nimmt man sich dann halt eine kleine Pause von 5 Minuten und atmet tief durch, sodass man mit einem neuen Blick an die Aufgaben gehen kann und das Gesamtbild nie aus den Augen verliert.

  • Arbeiten Sie gerne im Team? Was ist Ihre Aufgabe bei der Teamarbeit?

Nicht jeder arbeitet gerne in einem Team, aber die meisten Personalchefs wollen Team-Player. Wenn ihr lieber für euch arbeitet, dann bevorzugt ihr eben ein Team in dem die Arbeit verteilt wird, sodass jeder seine Stärken einbringen kann, man sich aber regelmäßig abspricht und bei Problemen hilft. Ihr müsst die Kontrolle haben? Dann wollt ihr eben sichergehen, dass die Arbeit der einzelnen Mitglieder zusammenpasst und das Gesamtbild und Ziel des Projektes nicht aus den Augen verloren wird.

  • Was denken Sie von Ihrem letzten Arbeitgeber?

Sollte der Fall bestehen, dass ihr euch mit eurem ehemaligen Arbeitgeber gar nicht verstanden habt und im schlechten getrennt habt, dann weiß das der Personalchef im Allgemeinen. Bitte zieht aber nicht über euren ehemaligen Arbeitgeber her, egal wie sehr er das verdient hat. Das zeigt nur euch in einem ganz schlechten Bild. Ihr müsst es nicht schönreden, formuliert es aber recht vorsichtig. Ihr hattet verschiedene und unvereinbare Ansichten was die Arbeit oder Betriebsführung angeht. Ihr werdet wahrscheinlich nach konkreten Beispielen gefragt. Ihr könnt diese natürlich geben, geht aber nicht zu sehr ins Detail. In fast jedem Vertrag ist festgesetzt, dass ihr keine internen Details und Informationen weitergeben dürft, auch nach dem Beendigen des Arbeitsverhältnisses. Im Zweifelsfall gebt lieber keine klare Antwort und beruft euch auf genau das.

Welche Fragen sind unzulässig?

Es gibt auch ein paar Fragen die gerne gestellt werden, aber eigentlich nicht zulässig sind. Politische Ansichten, sexuelle Orientierung, Krankengeschichte, Religion und Familienplanung müssen von euch nicht beantwortet werden. Das ist gesetzlich festgehalten. Einzige Ausnahme, ihr habt gesundheitliche Probleme die eure Arbeit massiv beeinflusst bzw. behindert sowie bei Schwangerschaft, wenn die Tätigkeit gefährlich für Schwangere oder das ungeborene Kind ist.

Wenn euch dies Fragen gestellt werden, bleibt bitte ruhig, weißt euren Gegenüber darauf hin. Ihr könnt klar und deutlich sagen, dass diese Fragen nichts mit eurer Arbeitsweise zu tun haben und sie euch in eurem Arbeitsumfeld nicht beeinflussen. Natürlich müsst ihr freundlich bleiben. Wenn euer Gegenüber aber nicht aufhört und weiter bohrt, oder andere unzulässige Fragen stellt könnt ihr das Gespräch abbrechen. Das ist natürlich extrem und der letzte Ausweg. Ihr müsst euch vorher Fragen, ob ihr für einen solchen Arbeitgeber arbeiten wollt.

Was sind eure Fragen?

In der Vorbereitung habt ihr euch ja ein paar Fragen zum Unternehmen und Arbeitsablauf überlegt. Diese könnt ihr natürlich am Ende alle stellen. Wenn euer Gegenüber ein ähnliches Thema sowieso anspricht könnt ihr diese auch gleich einbringen, traut euch ruhig! Das bringt einen angenehmeren Gesprächsfluss zustande. Wenn euch etwas auffällt oder nicht ganz klar ist, auch gleich nachfragen. Also ohne euren Gegenüber direkt ins Wort zu fallen. Aber wenn ihr euch diese Fragen zum Schluss aufhebt ist der Zusammenhang weg oder ihr wisst nicht mehr genau was ihr nicht verstanden habt.


So, das ist nun das Ende meiner Bewerbungsserie. Ich hoffe ich konnte dem einen oder anderen helfen und etwas die Nervosität nehmen.

Ganz liebe Grüße und ein wunderschönes Wochenende

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