Bewerbungs-Guide: Anschreiben

Hallo ihr Lieben,

heute geht es weiter mit meinem kleinen Bewerbungs-Guide.


Eines der schwierigsten Dinge am Bewerben ist das Schreiben eines guten Anschreibens. Was muss man beachten? Was sollte man nicht mit einschreiben? Was muss unbedingt mit rein? Diese und viele weitere Fragen gehen einem durch den Kopf.

Beim Lebenslauf hat man eine feste Struktur und eine Reihe von Daten, die man nur abarbeiten muss. Natürlich ist schon der Lebenslauf nicht ganz einfach zu schreiben, aber dann kommt das Anschreiben, das Dokument was von Personalchefs zuerst gelesen wird und das erste Auswahlkriterium ist. Und das kann schon etwas stressig werden. Daher wollte ich euch ein paar Anregungen zum Schreiben geben und etwas den Stress für euch reduzieren.

Ein paar allgemeine Dinge vorneweg. Das Anschreiben muss

  • fehlerfrei sein
  • auf sauberem Papier gedruckt sein (möglichst besserem Papier als dem üblichen 80g/m)
  • eine gut leserliche Schrift haben
  • ein einheitliches Design haben
  • gut strukturiert und übersichtlich sein

Aufbau des Anschreibens

Auch wenn die kompletten Daten schon im Lebenslauf vermerkt sind, müsst ihr auch hier eure Adresse und gegebenenfalls eure Kontaktdaten aufführen. Das Anschreiben hat die Form eines offiziellen Briefes und richtet sich sehr oft nach der DIN 5008, muss aber nicht eins zu eins kopiert werden. Der Absender kann auch auf der rechten Seite stehen und muss nicht zwingend in Schriftgröße 8 in einer Bestimmten Zeile stehen. Wenn ihr die Bewerbung per Post verschicken möchtet und einen A4 Umschlag mit Fenster benutzt, hilft die DIN 5008 enorm.

Es folgt das aktuelle Datum auf der rechten Seite.

Dann kommt der Empfänger, immer auf der linken Seite, und sollte möglichst einen Ansprechpartner enthalten. Wenn in der Anzeige für die Stelle niemand angegeben ist, kann man sehr oft die Personalchefs auf den Websites der Unternehmen finden. Das zeigt dann auch schon, dass man sich informiert hat und bringt Pluspunkte.

Die Betreffzeile enthält die Stellenbeschreibung auf die ihr euch bewerbt (außer bei Blindbewerbungen). Wie auch beim Empfänger ist bei der Anrede ein direkter Ansatz sehr förderlich.

Für den folgenden Hauptteil ist es wichtig dass ihr keinen Roman schreibt und euch kurz und präzise ausdrückt. Der Übersichtshalber werden die einzelnen Abschnitte auch optisch voneinander getrennt. Jeder Abschnitt sollte nur ein bis drei Sätze lang sein.

Den Abschluss bildet die Grußformel mit der Unterschrift und die Anlagen.

Einleitungssatz des Anschreibens

Der Einleitungssatz ist auch bei Anschreiben der wahrscheinlich wichtigste Satz des ganzen Dokuments, also gar kein Druck einen guten Satz zu formulieren….

Ihr beschreibt hier wie ihr zu der Stellenanzeige gekommen seid. Und bitte nicht nach dem Motto: „Ich hab die Anzeige online gefunden und bewerbe mich mal…“ Auch worauf ihr euch bewerbt müsst nicht wiederholen, das steht schließlich schon im Betreff. Immer daran denken, so kurz und präzise wie möglich, also nicht wiederholen.

Ihr seid durch ein Treffen (Messen, Jobbörsen an Schulen etc.) auf die Stelle gekommen? Nutzt das und nehmt Bezug darauf.

Sehr geehrter Herr XY,

ihr Auftreten auf der Messe AB hat mich tief beeindruckt und das Gespräch mit ihrem Mitarbeiter VW hat mich daran bestärkt die Position/Ausbildung bei Ihnen anzutreten.“

„Sehr geehrter Herr XY,

der Vortrag und die Vorstellung ihres Unternehmens an meiner Schule am 01.23.4567 durch Herrn VW hat mich sehr beeindruckt und mich in meiner Berufswahl bestätigt“

Begründung warum man sich bewirbt

Jeder Personalchef will natürlich wissen warum ihr euch gerade bei diesem Unternehmen bewerbt. Sie schauen dabei ob die Begründung glaubhaft ist und ob ihr euch im Vorfeld informiert habt. Denn natürlich ist jemand der wirklich in dem Unternehmen arbeiten will, ein besserer Arbeitnehmer, als jemand der einfach nur über den Job gestolpert ist und für den es gerade halt passt.

Eine gute Recherche ist also das A und O für diesen Teil. Bewerbt ihr euch zum Beispiel bei einer Immobilienfirma ist ein guter Ansatz sich die Objekte und Projekt dieser Firma genau anzusehen und auf eventuelle Favoriten hinzuweisen. Auch kürzliche Medien-Auftritte sind ein guter Startpunkt.

Das schwierige hierbei ist es die Begründung glaubhaft zu halten und nicht zu übertreiben. Gerade, wenn ihr keinen bestimmten Grund für diese eine Firma habt, müsst ihr euch genau überlegen was ihr als Begründung angebt und ob ihr sie wirklich glaubhaft vertreten könnt. Denn im Bewerbungsgespräch wird man definitiv danach gefragt.

Beschreibung der Stärken und Soft Skills

In dem Anschreiben muss man sich ja quasi selbst verkaufen. Daher dürfen hier auch relevante Soft Skills und Stärken nicht fehlen. Heutzutage sind folgende Phrasen leider schon sehr abgenutzt:

  • Ich bin kreativ
  • Ich bin engagiert
  • Ich bin motiviert
  • Ich bin ehrgeizig

Das mag ja alles stimmen, passt aber auf jeden zweiten Bewerber in der einen oder anderen Art und Weise. Sie sind außerdem viel zu vage gehalten. Natürlich könnt ihr die eine oder andere Phrase nutzen, aber dann bitte spezifiziert. Sucht euch drei eurer Stärken heraus. Nutzt dafür auch die Beurteilungen und Empfehlungsschreiben die ihr im Lebenslauf habt. So zeigt ihr direkt, dass ihr eure Stärken erkannt habt und andere diese auch in euch sehen. Sehr gut ist es auch immer, wenn ihr Beispiele und konkrete Situationen mit angebt.

Ihr seid gut im Motivieren anderer? „Besondere Freude bringt es mir andere zu motivieren. Dadurch ist es mir auch gelungen meine Kollegen für Projekt XY zu begeistern und hervorragende Leistungen abzuliefern“

Ihr könnt gut unter Zeitdrück arbeiten? „Eine besonders herausragende Stärke ist es unter Zeitdruck zu arbeiten. Dies ermöglichte es mir Präsentationen und Darstellungen für Projekte auch kurzfristig anzupassen und ohne Fehler zu erstellen“

Gehaltvorstellungen

Einige Stellenanzeigen verlangen es Gehaltsvorstellungen anzugeben. Eines meiner größten Probleme am Anfang. Man will ja nicht zu übermütig werden aber auch nicht zu wenig angeben und gezwungen bescheiden auftreten. Um hier ein fundiertes Urteil abgeben zu können, muss man sich natürlich im Klaren sein, was das Durchschnittsgehalt in diesem Job ist. Das ist immer ein guter Startpunkt. Vor allem wenn man den Job wechselt möchte man ja auch nicht für weniger arbeiten, hierzu habe ich den Tipp bekommen, nicht mehr als 20% über das derzeitige Bruttojahresgehalt zu gehen. Wenn ihr jetzt gar nicht antworten wollt, könnt ihr auch euer derzeitiges Jahresgehalt angeben. So zeigt ihr zumindest, dass ihr die Frage nicht einfach ignoriert.

Abschlusssatz im Anschreiben

Ihr habt viel Arbeit in euer Anschreiben gesteckt, euch über das Unternehme informiert und eure Stärken in ein gutes Licht gesetzt? Und dann folgt der folgende Satz:

„Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen“, „Ich wäre Ihnen über eine Antwort sehr dankbar“.  Das sind Standard Sätze und klingen so unglaublich schüchtern und unsicher. Vergesst den Konjunktiv! Ihr habt eine gute Bewerbung und müsst zeigen das ihr euch sicher seid. Und wenn ihr euch nicht ganz sicher seid, tut einfach so. Je öfter ihr so tut und euch selbstsicherer gebt, desto mehr selbstbewusster seid ihr auch.

„Hab ich Ihr Interesse geweckt? Dann freu ich mich über eine Einladung zum persönlichen Gespräch“

„Gerne möchte ich Sie und Ihr Unternehmen näher kennenlernen. Ich freue mich auf ein persönliches Gespräch“

„Falls Sie noch Fragen haben stehe ich Ihnen gerne via E-Mail oder telefonisch zur Verfügung“


So das war es schon wieder. Habt ihr noch Tricks und Tipps für ein gelungenes Anschreiben? Die KarriereBibel hat noch unmengen an weiteren Beispielen.

Ganz Liebe Grüße und ein wunderschönes Wochenende 🙂

 

 

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4 Gedanken zu “Bewerbungs-Guide: Anschreiben

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