Änschies Themenmonat: Ausbildung/Studium Teil 2

Hallo ihr Lieben,

heute kommen wir zum zweiten Teil von Änschie´s  ThemenmonatIm ersten Teil ging es ja darum welche Vorstellungen man vor dem Studium oder der Ausbildung hatte. Heute beantworten wir die Frage ob und in wie weit sich diese Erwartungen erfüllt haben.

Wie schon beim letzten mal werde ich diesen Beitrag in zwei Teile teilen, einen Teil zum Studium und einen Teil zur Ausbildung.


Wurden die Ansprüche ans Studium/die Ausbildung (bisher) erfüllt? Wurde man enttäuscht?

Ich hatte ja schon geschrieben, dass ich mich wahnsinnig auf mein Studium, Forensic Sciences, gefreut hatte. Ich war auch super nervös, weil ich nicht nur umgezogen bin, sondern gleich in ein anderes Land ausgewandert bin und eine neue Sprache lernen musste. Vor dem Anfang des Studiums kam dann der vierwöchige Sprachkurs. Ich hatte zwar schon in Berlin einen Sprachkurs gemacht um nicht komplett unvorbereitet zu sein, jede Woche ein paar Stunden, ein halbes Jahr lang. Das hatten wir dann im Sprachkurs vor Ort in der ersten Woche durch… Allerdings ist niederländisch nicht wirklich so schwer zu lernen, es ähnelt dem Plattdeutsch sehr. Also war die erste Hürde genommen.

Dann konnte es ja endlich losgehen. Die ersten Tage waren so interessant, obwohl wir nicht viel mehr als Vorstellungen der Dozenten und Rundgänge gemacht hatten. Was mir aber sofort aufgefallen war, ist, dass die meisten meiner Mitstudenten sehr jung waren. Manche gerade knapp über 16 Jahre. Nach einigem herumfragen wurde mir dann erklärt, das es einen großen Unterschied zwischen Hochschule, was die Van Hall ist, und Universitäten gibt. Die Hochschule in den Niederlanden ist ähnlich den Fachhochschulen in Deutschland.  Nach der Grundschule kann man sich dann für verschiedene weiterführende Schulen entscheiden die VMO (normale Mittelstufe), HAVO (ähnlich unserem Fachabitur, allerdings etwas kürzer) und die VWO (Abitur). Mit dem HAVO Abschluss kann man direkt an der Hochschule anfangen und nach dem ersten Jahr (der Propedeuse) und einer speziellen Prüfung erhält man die Berechtigung zum Besuch der Uni. Mit dem Abschluss der VWO kann man direkt an der UNi anfangen. Das in Kombination mit dem Fakt, dass die Grundschule generell mit 5 Jahren anfängt, sorgt für sehr junge Studenten. 

Ich habe ja mit fokussierten Studenten gerechnet, allerdings mit knapp 16 Jahren kann man denke ich nicht extrem viel Fokus erwarten. Ich will damit niemanden herabsetzen. Aber ich erinnere mich an meine Teenager-Zeit. Schule ist in dem Alter nicht wirklich das Wichtigste. Dann kommt dazu, dass Niederländer extrem entspannt sind. Frei nach dem Motto, komm ich heute nicht, komm ich morgen. Und das gilt nicht nur für die Studenten! Vor allem in der Gruppenarbeit viel das auf. Als Deutscher ist man gewohnt alles möglichst pünktlich abzugeben und wenn man die Nächte vor dem Abgabetermin durch macht. Niederländer machen sich im allgemeinen nicht so viele Sorgen. Das war schon manchmal etwas frustrierend. Auf der anderen Seite ist es durch aus entspannend während des Arbeitens.

Was mich auch wirklich verwirrt hatte, man hat seine Dozenten geduzt und mit Vornamen angesprochen. Ich hab glaub ich Wochen gebraucht um mich daran zu gewöhnen. Sehr merkwürdig.

Auch war ich überrascht, dass in den ersten Wochen in den Fächern Biologie und Chemie einen Anfänger-Einstieg zu bekommen. Und ich meine wirklich die Anfänge, also 8. /9. Klasse-Niveau. Das hängt allerdings auch mit dem niederländischen Schulsystem zu tun. In Deutschland hat man ja eher ein zentrales System, wo jeder mit dem gleichen Abschluss zumindest in der Basis das gleiche Wissen hat. In den niederlanden wählt man nicht nur seine weiterführende Schule sondern auch einen Schwerpunkt, wie Soziales, Naturwissenschaften etc. Daher ist es notwendig am Anfang für einige bei Null anzufangen. War für mich nicht schlecht, ich hatte zwar das Wissen konnte dadurch aber hervorragend die Sprache und die niederländischen Fachbegriffe lernen.

Zum Thema Sprache, oder besser Ausdruck. Einige von euch haben wahrscheinlich schon Niederländisch gehört oder sprechen es sogar selbst. Diejenigen wissen, dass Niederländer gerne verniedlichen. Im normalen Sprachgebrauch so gut wie konstant. Sie machen das auch in der Uni, also in Präsentationen und Berichten! Sie benutzen zwar Fachbegriffe aber auch sehr umgangssprachliche Beschreibungen. In einer deutschen Schule hätte ich für einen Abschlussbericht zu einem Thema nie „…Gesicht kaputt geschlagen…“ als Beschreibung für jemanden der zusammengeschlagen wurde, nutzen. Eher etwas in die Richtung von „…wurde zusammengeschlagen, woraus exzessive Verletzungen im Gesicht resultierten…“. Das ändert sich zwar etwas mit den Studienjahren, aber die Sprache wird trotz allem relativ einfach gehalten. Und es gibt keine Schachtelsätze!!!

Der Aufbau des Studiums an der Hochschule ist auch anders als bei uns. Man hat keine Semester sonder Perioden von 10 Wochen, wovon eine Woche zwischen drin frei ist. Also hat man insgesamt vier Perioden pro Jahr. In jeder Periode hat man im Prinzip zwei Fächer, eines zum Major (allg. Studienrichtung) und eines zum Minor (Spezialisierung) und am Ende der Periode wird das Wissen dann geprüft und nicht erst am Jahresende. Auch ist das Studium der Hochschule sehr praxisorientiert. Im Studium sind vier Praktika eingeplant und zwar während der Schulzeit und nicht in den Ferien. Je zwei 10 Wochen Praktika im zweiten Jahr und dann zwei 20 Wochen Praktika im letzten Jahr. Den Aufbau hab ich geliebt. Das praxisorientierte war einer der Gründe warum ich dort studieren wollte und die Tatsache, das ich direkt geprüft wurde wenn ein Thema zu ende war ist natürlich super. Natürlich kam das im Laufe des Studiums immer mal wieder vor, auch in Prüfungen, aber ich musste mich am Ende des Jahres nicht durch Berge von Material kämpfen. Wobei die Materialien nach 10 Wochen auch schon extrem Umfangreich sein konnten…

Die Hochschule war auch vergleichsweise klein, daher waren es eher kleine Vorlesungen, nicht überfüllt.

Alles in allem war ich den ersten Wochen durchaus überrascht, vor allem über die Arbeitsweise, aber man gewöhnt sich sehr schnell daran. Auch wenn man die deutsche Pünktlichkeit wohl nie ganz los wird. Aber im Punkt des eigentlichen Studiums war ich über die Art und Weise so begeistert. Es ist weniger Druck auf dem Studenten aus diese Weise.

Zu meiner Ausbildung hatte ich tatsächlich nicht so viele Erwartungen und Vorstellungen. Ich kannte mich ja mit dem System der Ausbildung aus und es gibt detaillierte Beschreibungen. Ich hatte allerdings mehr im theoretischem erwartet. Ich meine wird haben am Anfang Grundlagen der Mathematik wiederholt. Grundlegende Dinge. Danach haben wir zwar einiges neues und vielschichtiges gelernt aber vor allem die Geschwindigkeit hat mich fertig gemacht. Wir haben soviel Zeit bekommen um Dinge zu bearbeiten und sind alle Sachen nochmal durch gegangen. Das fand ich ziemlich unnötig. Es kann natürlich an der Klasse gelegen haben. Ich hatte ziemliches Glück mit meiner Klasse, die Leute haben tatsächlich mitgedacht, was laut verschieden Lehrern und Freunden in anderen Klassen sehr selten ist. Vielleicht war ich durchs Abi und Studium einfach auch gewöhnt sehr viel selbstständiger zu arbeiten, aber wir haben wirklich alles quasi tot gekaut.

Im praktischen wurde ich hingegen nicht überrascht, ich hatte ja erwartet im Schichtdienst zu arbeiten und unterschiedlich lange Arbeitswochen zu haben. Ich muss sagen, mein Betrieb war in dem Punkt auch ziemlich human. Im Normalfall wurde sich an Zwischenzeiten und freie Tage gehalten. Nur in Ausnahmefällen und nach Absprachen wurde das geändert. Das ist leider in der Gastronomie eher selten. Also wurde ich schon etwas überrascht, sehr positiv überrascht.



Das war es für heute,in der nächsten Woche geht es dann darum wie man sich selbst motiviert und am Ball bleibt. Nicht nur im Bezug auf das Studium/die Ausbildung sondern auch im privaten Bereich.

Hier noch die anderen Teilnehmer, schaut doch auch da mal vorbei wenn euch das Thema interessiert.

Hermione vom Rescueblog

Abgebrochener Bleistift

Schreibfischchen

Pflaegermeister

Lächeln und Nicken

Janines Yogablog

Liebe Grüße

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Ein Gedanke zu “Änschies Themenmonat: Ausbildung/Studium Teil 2

  1. Pingback: Änschies Themenmonat: Ausbildung/Studium Teil 3 – LunaUmbra

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